Berichte

Ungenügend für Landesregierung

Passend zur Ausgabe der Halbjahreszeugnisse benoteten SPD-Landtagskandidat Gordan Dudas aus Lüdenscheid und Fabian Ferber von den Jungsozialisten (Jusos) die Bildungspolitik der CDU/FDP-geführten Landesregierung. In weiten Teilen erhält die von Bildungsministerin Sommer (CDU) verantwortete Politik von beiden Sozialdemokraten ein „Ungenügend“.

Stichwort Chancengleichheit: Die Beibehaltung des dreigliedrigen Schulsystems festigt die ungleichen Chancen von Kindern aus unterschiedlichen sozialen Verhältnissen. „Während Akademikerkinder ein Abo auf Abitur und Studium haben, landen Kinder aus sozial schwachen Elternhäusern vermehrt auf den Hauptschulen, die nicht mehr zeitgemäß sind. Diese Entwicklung hat nichts mit den Talenten der Kinder zu tun – das ist unsozial und nicht gerecht“, findet Ferber. Es werde Zeit, dass die Gemeinschaftsschule als Regelschule für alle Kinder eingeführt werde, um Talente zu fördern. Auch Gordan Dudas ist davon überzeugt: „Pisa zeigt: Länger gemeinsam lernen ist der Schlüssel zum Erfolg. Diese Einsicht hat die Landesregierung nicht.“

Stichwort Abitur nach acht Jahren: Anstatt die Schüler so auszubilden, dass sie nach ihrer Schulausbildung auf allen Ebenen ein selbstbestimmtes Leben führen können, zwingt die Landesregierung die Schüler durch Mammut-Lehrpläne zum Endlos-Pauken. Konsequenz: Weniger Freizeit und damit auch weniger Zeit, sich gesellschaftlich zu engagieren. Dudas: „Das Leben nach der Schule findet nicht nur auf dem Arbeitsplatz statt. Schüler sollen auf das Leben und nicht nur auf die Wirtschaft vorbereitet werden, wie Konservative und Liberale das fordern. Wer schon in jungen Jahren beigebracht bekommt, dass Engagement sich nicht lohnt, wird sich auch später nicht engagieren – das führt zu einer egoistischen Gesellschaft.“ Dass sich auch mehrere Tausend Schüler an den Bildungsprotesten im letzten Jahr beteiligten und gegen diese Landesregierung auf die Straße gingen.

Stichwort Schulbezirke: Durch die Abschaffung der Schulbezirke durch die Landesregierung wurden so genannte „Problemschulen“ geschwächt. Vor dieser Konsequenz hat die SPD-Landtagsfraktion und auch die SPD im Märkischen Kreis eindringlich gewarnt. Durch diese Veränderung kommt es, dass sich die Migrantenquoten an Schulen mit hohem Migrationsanteil erhöhen, während Schulen mit niedrigerem Migrantenanteil von immer mehr „deutschen“ Eltern angefragt werden. Mehrere Schulstandorte im Kreisgebiet stehen durch diese Politik auf der Kippe. Für die Jusos ein Unding: „Damit werden Stadtteile geschwächt und die Trennung zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund fahrlässig gestärkt. Diese Regierung steht für die soziale Spaltung – und genau das kann nicht Ziel einer modernen Bildungspolitik sein“, befindet Fabian Ferber.

Gordan Dudas plädiert für eine Bildungspolitik, die die Stärken der Schüler herausstellt und fördert – und eben nicht darauf beruht, junge Menschen aufgrund ihres sozialen Hintergrunds schon früh vom gesellschaftlichen Leben auszuschließen. Ebenso solle man beginnen, Bildungspolitik ganzheitlich zu sehen: Bildung beginnt bereits in der Kindertagesstätte und hört nicht mit dem Studienabschluss oder der Berufsausbildung auf. Auch Weiterbildung müsse in Zeiten einer flexibler werdenden Gesellschaft gestärkt werden. Dabei müsse immer ein Grundsatz gelten: „Bildung ist Grundrecht und darf von Kita bis Hochschule keine Gebühren kosten“, stellt Dudas klar.