Allgemein

„Bündnis zum Erhalt der Güterverkehrsstellen Krummenerl und Brügge“

„Bündnis zum Erhalt der Güterverkehrsstellen Krummenerl und Brügge“

 

Mitglieder des Bündnisses (alphabetisch)

Aktionsbündnis Volme-Agger-Bahn, Basalt AG, Gordan Dudas, MdL, Grüne Meinerzhagen, Die Linke Meinerzhagen/Kierspe, SPD Lüdenscheid, SPD Meinerzhagen, UWG Meinerzhagen

 

Ausgangssituation

Die Basalt AG unterhält im Raum Meinerzhagen seit Jahrzenten den Steinbruchbetrieb Listertal, der auf die Bahnverladung am Standort in Krummenerl angewiesen ist. Der im Betrieb hergestellte Gleisschotter wird überwiegend über diese Verladestation umgeschlagen und auf die Schiene gebracht.

Die DB Cargo hat jetzt bekannt gegeben, dass sie beabsichtigt, die Verladestation aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr zu bedienen und hier keine Anfahrten durch Güterzüge mehr plant.

Der Steinbruch Listertal ist in Nordrhein-Westfalen derzeit der einzige Gleisschotterbetrieb, der über einen Gleisanschluss verfügt und damit in der Lage ist, Gleisschotter direkt auf die Schiene zu bringen.

Der Schotter des Betriebes Listertal verfügt zudem über eine herausragende Qualität und wird daher von der Deutschen Bahn seit Jahren nachgefragt. Deutschlandweit sind nur wenige Betriebe in der Lage, Gleisschotter herzustellen. Umso unverständlicher ist es, dass die Bedienung des Gleisanschlusses aktuell zur Disposition steht.

 

Bahnverladung ökologisch sinnvoll und geboten

Die Bahnverladung und der Transport des Gleisschotters über den Schienenverkehr sind ökologisch geboten und entsprechen langjährigen Forderungen aus Politik und Wirtschaft, den Güterverkehr verstärkt auf die Schiene zu verlagern. Eine Schließung des Anschluss in Krummenerl widerspricht diesen Forderungen und würde die Verkehrs- sowie die Anliegerbelastung infolge von vermehrtem LKW-Transport deutlich steigern. Die Belastung der Straßen und damit die Straßenschäden würden zunehmen, ebenso Emissionen und Kosten zur Werterhaltung der regionalen Infrastruktur. Damit hätte die Schließung auch negative Auswirkungen auf das touristische Naherholungsgebiet „Listertalsperre“.

 

Wirtschaftlichkeit

Die DB Cargo begründet die geplante Schließung der Verladestelle damit, dass die Anschlüsse nicht wirtschaftlich seien.

Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass insbesondere Baustellen der Deutschen Bahn selbst mit Gleisschotter aus dem Betrieb Listertal beliefert werden. Der Transport aus Meinerzhagen per LKW zu Gleisbaustellen im Ruhrgebiet wäre angesichts der Verkehrsdichte nahezu unmöglich, würde zu nachteiligen ökologischen Auswirkungen und zu Kostenerhöhungen führen.

Es ist zwar richtig, dass die Versandzahlen des Steinbruchs Listertal in den letzten Jahren rückläufig waren, was sich, u. a. durch mehrmalige Sperrungen des Gleisanschlusses während des Ausbaus der Volmetalstrecke, aber hauptsächlich durch die Tatsache begründen lässt, dass trotz erteilter Genehmigung in 2008 die BAG die Gewinnung zur Erweiterung des Steinbruchbetriebes Listertal nicht durchführen konnte. Für ein Hauptgewinnungsrundstück fehlte bisher der privatrechtliche Zugriff. Dieser Sachverhalt konnte Anfang des letzten Jahres geklärt werden, sodass das Unternehmen nunmehr in der kompletten Erweiterung steht. Damit können mittelfristig auch wieder größere Mengen an Gleisschotter dem Markt und der DB aus dem Steinbruch Listertal über die Verladestelle Krummenerl zur Verfügung gestellt werden.

Der Jahresversand an Gleisschotter, der über die Schiene versandt wurde, lag im Schnitt der letzten drei Jahre bei 40.000 Tonnen pro Anno, wobei in starken Jahren 150.000 Tonnen Schotter im Werk Listertal produziert und in großen Teilen über den Gleisanschluss abtransportiert wurden.

Für das Unternehmen würde die Einstellung der Bedienung zu einer wesentlichen wirtschaftlichen Erschwernis führen, da ein Großteil der Schotternachfrage nicht mehr auf die Schiene umgeschlagen werden könnte. Die Folge wäre ein starker Rückgang des Gleisschotterabsatzes und zugleich höhere Kosten für die Zulieferung des in der Region benötigten Materials.

Bei der Einstellung der Bedienung seitens der DB Cargo könnte Gleisschotter nur noch über die Straße zum Versand gebracht werden, was aus verkehrstechnischer und ökologischer Sicht keine adäquate Alternative darstellt (siehe oben). Anstelle der Gleisbaustelle (zwingende Wagonbelieferung) müsste Schotter über weite Strecken per Schiene aus Rheinland-Pfalz oder Hessen zu den Baustellen in NRW zugefahren werden. Für das Ballungsgebiet NRW mit einem ausgesprochen hohen Schienennetzanteil wäre das nicht nachvollziehbar und würde die Kosten weiter steigern.

 

Steuergelder

Bereits in 2004 und 2011 wurden Überlegungen seitens der DB angestellt, die Strecke Brügge-Meinerzhagen (Volmetalstrecke) und Meinerzhagen-Krummenerl stillzulegen. Seinerseits konnte gemeinsam mit der DB und einer Anzahl von engagierten Politikern und Interessenvertretern der Erhalt der Strecke durchgesetzt werden.

Seit 2011 sind gewaltige Finanzmittel aus Steuergeldern in die Erneuerung und in den Ausbau der Strecken investiert worden. Aktuell findet der Ausbau des Bahnhofes Brügge statt, den das Unternehmen aktuell mit 8.000 Tonnen Gleisschotter beliefert.

Angesichts dieser gewaltigen Investition ist es in keinster Weise nachvollziehbar, dass, nachdem Steuergelder in hohem Maße in die Sanierung der Strecke geflossen sind, diese nun wenige Jahre später geschlossen wird.

 

Wir appellieren an den Erhalt der Strecke und bieten diesbezüglich Gespräche an!

 

Gez. Raimo Benger

Bündnis zum Erhalt der Güterverkehrsstellen Krummenerl und Brügge

Bündnissprecher