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Mehr Anerkennung für gute Arbeit!

Freitag ist DienstTag: Tagespraktikum Schule an der Höh

Ein Bericht von Gordan Dudas

Die gute Arbeit, die hier geleistet wird, sollte durch uns alle anerkannt werden! Das heutige Praktikum an der „Schule an der Höh“ hat mir einen großen Erkenntnisgewinn beschert. Dafür meinen herzlichen Dank an Herrn Rittinghaus als Schulleiter und alle Beschäftigten an der Schule. Und natürlich einen besonderen Dank an die Schülerinnen und Schüler für die herzliche Aufnahme!

(Foto: Daniel Kühn) Gordan Dudas, MdL mit Herrn Rittinghaus, Schulleiter der Schule an der Höh.

(Foto: Daniel Kühn)
Gordan Dudas, MdL mit Herrn Rittinghaus, Schulleiter der Schule an der Höh.

Aber von Anfang an: Auf meine Initiativbewerbung über die Medien als Tagespraktikant bei allen interessierten Einrichtungen, Behörden und Unternehmen hatte mich Herr Rittinghaus zur Schule an der Höh eingeladen, damit ich mir einmal selbst ein Bild machen kann. Der Einladung bin ich natürlich gern gefolgt und war heute um 8 Uhr pünktlich an der Schule. Bei einem Rundgang hat mir Herr Rittinghaus das Schulgebäude erläutert. Wir haben die verschiedenen Bereiche und Räume, etwa für Hauswirtschaft, besucht. Danach ging es dann in den Unterricht. Zuerst habe ich die „U b. Elefanten“ besucht, also die die Klasse B der Unterstufe mit dem Namen „Elefanten“.

Spielerisch die Wochentag lernen.

Spielerisch die Wochentag lernen.

Hier wurde ich von den Schülern – darunter auch einige autistische Schülerinnen und Schüler – sehr herzlich empfangen. Zu Beginn gab es eine Vorstellungsrunde im Stuhlkreis, sodass wir uns ein wenig kennen lernen konnten. Im Anschluss durfte ich mithelfen, als den Schülern mit der Jahresuhr die Monate und Tage nähergebracht und vermittelt wurden. Im Anschluss wurde ich als Begleiter im Stationsverfahren eingesetzt. In Einzelarbeit wurden dann von den Mädchen und Jungs die Wochentage in die richtige Reihenfolge gebracht. Spielerisches und nachhaltiges Lernen stand hier im Mittelpunkt.

Gesunder Frühstücksigel

Gesunder Frühstücksigel

Dann hieß es Abschied von dieser Gruppe zu nehmen. In der Gruppe „U e. Fische“ haben wir erst einmal zusammen gefrühstückt und uns beim gemeinsamen Austausch kennen gelernt. Dabei haben die Kinder mir von sich selbst erzählt und mir ihre Lieblingsspielzeuge gezeigt. Mir ist aufgefallen, dass manche Dinge sich seit meiner Zeit nicht geändert haben, bei anderen man aber heute gefühlt in einer anderen Welt lebt. Ein besonderes Erlebnis möchte ich hier hervorheben: Eines der Kinder spricht kaum, sondern kommuniziert überwiegend über eine „App“ mit den anderen Kindern. Wenn es mit dem Finger z.B. ein Foto eines Mitschülers berührt, wird der jeweilige Name über das Tablet ausgesprochen. Technik kann hier helfen.

Vorlesen ist immer ein Elebnis - für die kleinen Zuhörer wie auch für den Vorleser.

Vorlesen ist immer ein Elebnis – für die kleinen Zuhörer wie auch für den Vorleser.

Danach durfte ich meine als regelmäßiger Teilnehmer des „Vorlesetags“ bekannten Fähigkeiten als Vorleser unter Beweis stellen und zwei Geschichten vorlesen. Eine handelte – passend zur Jahreszeit – von einem kleinen Mädchen und ihrem Schneemann. Die zweite handelte von der kranken Kuh Lieselotte. Ich berichte es wohl jedes Mal, aber es ist einfach wundervoll mit anzusehen, wie gespannt und aufgeregt die Kinder beim Vorlesen mitgehen.

Abschließend haben wir dann ein Kartenspiel gespielt, bei dem Aufmerksamkeit und Reflexe gefordert waren – natürlich habe ich verloren, sie waren zu schnell für mich.

(Foto: Daniel Kühn) Fotoshooting für "plant for the planet".

(Foto: Daniel Kühn)
Fotoshooting für “plant for the planet”.

Dann gab es eine kurze Unterbrechung für ein Fotoshooting: Die Schülervertretung hatte mich gebeten, an der Schülerinitiative „Plant for the Planet“ (Infos unter: https://www.plant-for-the-planet.org/de/startseite) teilzunehmen und für ein Foto bereit zu stehen. Dieser Bitte bin ich natürlich gefolgt und schon auf das Ergebnis gespannt.

Im Anschluss habe ich am Unterricht der Oberstufe teilgenommen. Heute war ein für viele der Anwesenden bewegender Moment: Eine Lehrerin wurde verabschiedet. Daher hatten die Schülerinnen und Schüler Gedichte gelesen und auf Band aufgenommen. Diese wurden dann vorgespeilt.

Mein Eindruck: Die Schule an der Höh macht nach einem – viel zu kurzen – Praktikum einen erstklassigen Eindruck auf mich. Das Gebäude ist sehr schön und weitläufig, jeder Klassenraum hat einen Zugang zum Garten. Was mich sehr beeindruckt hat war die Zuwendung und Empathie, mit der die Förderpädagogen sich um jedes einzelne Kind kümmern. Das dies den Schülerinnen und Schülern gut tut, ist erkennbar – gerade bei den älteren Kindern kann man erkennen, wie sich die stetige fürsorgliche Beschäftigung mit ihnen auszahlt. Eine Lehrer-Schüler-Relation von 1:6 ist dabei gut und wichtig!

Die große Neugier, der große Wissensdurst der Kinder, das hat mich nachhaltig beeindruckt. Wie bereits eingangs erwähnt, war der Erkenntnisgewinn für mich heute riesig. Spannend fand ich den von der Schulleitung angesprochenen inhaltlichen Ansatz, das Regelschüler und Förderschüler in Schulzentren unter einem Dach so weit wie möglich gemeinsam unterrichtet werden. Ein System, dass in Deutschland so eigentlich kaum diskutiert wird. Wir waren uns einig, dass dies nur mit einem langfristigen Konzept umsetzbar wäre.

Mein Appell an alle nach meinen heutigen Erfahrungen: Wir müssen beginnen, Barrieren abzubauen und Vorurteile zu Schulformen über Bord werfen! Denn wieder einmal hat sich für mich bestätigt, dass jedes Kind in seinen Stärken und Schwächen gefördert werden muss. Daher finde ich, dass wir alle gemeinsam Schulen wie der „Schule an der Höh“ viel Anerkennung zollen sollten.

Denn auch hier gilt: Kein Kind zurücklassen!