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Erfahrungsbericht von Claire Fischer

Im September war Claire Fischer aus Meinerzhagen als Praktikantin im Landtagsbüro von Gordan Dudas, um einmal einen Blick hinter die Kulissen der Arbeit eines Landtagsabgeorneten zu werfen. Dabei hat sie natürlich auch die tägliche Arbeit des Abgeordnetenbüros unterstützt, etwa im Bereich der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Ihre Eindrücke hat Claire Fischer in einem kurzen Bericht zusammengefasst.
An dieser Stelle danken wir Ihr noch einmal sehr herzlich für Ihre engagiert und sehr gute Mitarbeit in den vergangenen Wochen!
 
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Claire Fischer aus Meinerzhagen hat ein dreiwöchiges Praktikum im Landtag absolviert. Hier schildert sie ihre Eindrücke.

“Erfahrungsbericht Landtag Düsseldorf

Zunächst möchte ich in diesem Praktikumsbericht beschreiben wieso ich mich für den Landtag entschieden habe. Im Rahmen meines Studiums der Sozialwissenschaften und somit auch der Politikwissenschaften arbeite ich beinah täglich mit den verschiedenen Seiten, Ausprägungen und Dimensionen der Politik zusammen. Form, Inhalt und Prozess werden dabei zwar unterschieden, jedoch sind es eher gesamtpolitische Fragestellungen die im Rahmen des Studiums aufkommen. Dabei bleiben die Parteipolitik und somit auch oft die institutionellen Rahmenbedingungen eher nebensächlich. Nichtsdestotrotz bilden gerade auch diese Prozesse den Grundstein unserer heutigen Demokratie. Aufgrund dessen war es mir wichtig nochmal einen detaillierteren Blick auf die institutionelle Demokratie und ihre Abläufe zu bekommen.

Im Rahmen meines Praktikums gab mir der Landtagsabgeordnete Gordan Dudas die Möglichkeit diesen Einblick zu bekommen. Gordan Dudas ist seit Mai 2010 Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis 123 Märkischer Kreis III und wurde in diesem Jahr am 14. Mai 2017 durch die direkte Wiederwahl in den Landtag für die 17. Legislaturperiode gewählt. Sein wissenschaftlicher Mitarbeiter im Düsseldorfer Landtagsbüro kümmerte sich um die Organisation meines Praktikums und stand mir immer für Fragen zur Verfügung.

Gordan Dudas wurde als Kandidat der SPD in den Landtag gewählt und ist dort Mitglied der SPD-Fraktion. In der Regel schließen sich die in das Parlament gewählten Mitglieder einer Partei zu einer Fraktion zusammen. In der aktuellen 17. Wahlperiode gibt es im Landtag von Nordrhein-Westfalen 199 Abgeordnete. 72 davon gehören zur Fraktion der CDU, 69 zur SPD, 28 zur FDP, 16 zur AfD und 14 Abgeordnete bilden die Fraktion der Grünen.

Seit Beginn meines dreiwöchigen Praktikums am 4. September 2017, konnte ich direkt im Büro des Abgeordneten mitarbeiten. Es war überraschend, dass die Büros doch eher sehr klein konstruiert waren und der Abgeordnete mit dem wissenschaftlichen Mitarbeiter direkt zusammen sitzt. Es war also sehr funktional ausgerichtet und nicht geräumig und prunkvoll wie es sich vielleicht manche vorstellen.

Meine Aufgaben und Möglichkeiten waren sehr vielfältig. Da der Alltag im Landtag sehr abwechslungsreich ist, konnte ich einen Einblick in die verschiedensten Termine eines Abgeordneten gewinnen. Da waren die Ausschüsse, die Treffen im Arbeitskreis Verkehr und die Plenarsitzungen. Zusätzlich habe ich persönliche Aufgaben bekommen, welche ich überrascht angenommen habe. Überrascht deshalb, weil ich beispielsweise damit beauftragt wurde, einen Flyer über Gordan Dudas bzw. seine Arbeit als Abgeordneter zu entwerfen, der den Besucherinnen und Besuchern zur Information dienen soll. Dies empfand ich als großen Vertrauensvorschuss.

Für mich war das Praktikum sehr wertvoll. Die Abgeordneten stehen unter einem enormen Druck, was nicht bedeutet, dass sie durchgehend schweißtreibende Arbeit leisten, sondern eine große Verantwortung tragen. Ihre Tage sind von zahlreichen Terminen bestimmt, welche erstmal koordiniert werden müssen. Es treten die unterschiedlichsten Menschen an sie heran und bringen ebenfalls die unterschiedlichsten Anliegen mit. Sie müssen diese Anliegen in gewisser Weise weiterverarbeiten. Zunächst muss geprüft werden, inwieweit dieses Anliegen inhaltlich nachvollzogen werden kann und auch in der Zuständigkeit der (Landes-)Politik liegt. Dann muss das weitere Vorgehen besprochen werden und an die dementsprechenden Arbeitskreise bzw. Ausschüsse herangetragen werden. Eine Problematik muss also erstmal einen Nährboden in der Fraktion erlangen. All diese Abläufe wirkten auf mich teilweise sehr langwierig – nicht, weil der Wille zur schnellen Lösung nicht bestand, sondern weil alle Konsequenzen bedacht werden müssen. Das bedeutet es muss ein Austausch stattfinden. Alle Beteiligten müssen die Möglichkeit haben, ihre Bedenken zu äußern, und das ist auch gut so. Das ist Demokratie. Die Demokratie ist und bleibt ein Prozess, der nie einen Idealzustand erreichen wird.

Anna Schombel - Frau Schombel - Claire Fischer - Gordan Dudas

Claire Fischer (hinten links) begleitete Gordan Dudas MdL auch bei Gesprächsterminen, hier mit Anna Schombel (mitte) und ihrer Mutter aus Lüdenscheid.

Ebenfalls war es interessant für mich kurz nach einem Regierungswechsel den Landtag zu erleben. Gesetze, die in langwieriger Arbeit und unter Einbezug aller Beteiligten auf den Weg gebracht wurden, standen somit vielleicht bereits wieder auf der Kippe. Dies empfand ich zunächst als sehr deprimierend, allerdings ist es die Stimme des Volkes, welches durch die Wahlen ja nur wiedergegeben wird.

Äußerst beeindruckend empfand ich die Arbeit der wissenschaftlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Sie koordinieren einen Großteil der Termine, schreiben Reden, leisten Pressearbeit, fassen neu aufgegriffene Themen kompakt und übersichtlich zusammen und prüfen Anfragen der Bürgerinnen und Bürger auf deren aktuellen Sachstand. Zusätzlich verfügen sie über einen enormen Wissensschatz, ähnlich wie die Abgeordneten. Gerade dieses Berufsfeld ist es auch, was für mich sehr attraktiv ist, denn man ist nah an den Bürgerinnen und Bürger, aber nicht so in der öffentlichen Schusslinie wie beispielsweise die Abgeordneten.”