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Viel Empathie und Berufung: Gordan Dudas absolviert Tagespraktikum im Hospiz der Perthes-Stiftung

Wie bereits vor der Sommerpause angekündigt setzt der heimische Landtagsabgeordnete Gordan Dudas seine Praktikumsreihe „Freitag ist DienstTag“ fort. „Jeder ‚DienstTag‘ ist natürlich etwas ganz besonderes. Aber das heutige Praktikum im Hospiz der Perthes-Stiftung hebt sich von allem ab, was ich bisher erleben durfte. Es ging um das Thema ‚Tod‘, dass in der Gesellschaft zwar allen bekannt, aber dennoch häufig ein Tabu ist“, berichtet Gordan Dudas nach seinem Tagespraktikum an einem ganz besonderen Ort. Es ging pünktlich um 6 Uhr in der Früh mit der Dienstübergabe von der Nacht- auf die Frühschicht los. Im Rahmen der Übergabe wurde über den Verlauf der Nacht für jeden einzelnen Gast gesprochen. Wie geht es dem Gast? Welche Medikamente wurden gegeben? Gab es besondere Vorfälle oder Maßnahmen?

Gordan Dudas und Ann Kathrin Asmussen trugen in einem besonderen Fall die vorgeschriebene Schutzkleidung entsprechend der Hygienevorschriften.

(Foto: Melanie Kretzer) Gordan Dudas und Ann Kathrin Asmussen trugen in einem besonderen Fall die vorgeschriebene Schutzkleidung entsprechend der Hygienevorschriften.

Im Anschluss bekam Dudas neben einem kurzen Rundgang durch das Gebäude eine Einweisung in die Hygienevorschriften. Zudem bestand bei einem gemeinsamen Frühstück die Möglichkeit zu einem Austausch mit den Mitarbeitern, darunter Sabine Große als zuständige Leitung und den weiteren Beschäftigten, Ann Kathrin Asmussen und Melanie Kretzer. Danach ging es an die Arbeit. So unterstützte Dudas bei der Körperpflege eines Gastes. „Ich habe den Gast ausgezogen, beim Waschen unterstützt und wieder angezogen“, so Dudas. Im Anschluss hatte er die Gelegenheit, mit einem weiblichen Gast ein längeres Gespräch zu führen. „Wir haben sowohl über das ‚Sterben‘, aber auch alltägliches wie Erinnerungen an besondere Reiseziele gesprochen. Es war ein sehr intensiver, persönlicher Austausch mit einer außergewöhnlich beeindruckenden Persönlichkeit.“

„Vor dem heutigen Praktikum habe ich mir viele Gedanken gemacht, wie es wohl sein wird. Ich gebe zu, dass ich auch ein wenig verunsichert war, was auf mich zukommt. Daher hat es mich zutiefst beeindruckt, wie den Gästen des Hospiz durch den liebevollen, menschlichen und respektvollen Umgang ein würdevoller Tod ermöglicht wird.“ Die Mitarbeiterinnen, alle gelernte Kranken- und Altenpflegerinnen mit einer besonderen Zusatzqualifikation, haben noch viel mehr Aufgaben als allein die Pflege. Sie sind gleichzeitig auch Seelsorger, Psychotherapeuten und Sozialarbeiter, die außer für ihre Gäste auch für die Angehörigen da sind. „Empathie und Berufung – ohne diese beiden Eigenschaften ist die Arbeit für die Gäste im Hospiz nicht möglich. Die Beschäftigten ermöglichen den Gästen in angenehmer Atmosphäre einen würdevollen Tod“, schildert der Landtagsabgeordnete seine Eindrücke. Als bemerkenswert empfand er außerdem den offenen und direkten Umgang der Mitarbeiterinnen, gerade auch mit ihren persönlichen Empfindungen.

„In den Gesprächen haben mir die Beschäftigten auch von sehr schönen Momenten erzählt. Einerseits wird hier auch in ganz normaler und festlicher Atmosphäre Weihnachten gefeiert. Hinzu kommen aber auch ganz individuelle Erlebnisse. Einmal hatte ein Gast vor seinem Tod den Wunsch, zu heiraten. Er stammte aus einer Nachbarstadt, und die dortige Verwaltung zeigte sich recht unbeweglich aufgrund von Fristen für die Bestellung des Aufgebotes. Nicht so die Stadt Lüdenscheid: Der zuständige Standesbeamte legte sich ins Zeug, um in wenigen Stunden alle formalen Dinge auf den Weg zu bringen und den Wunsch zu erfüllen“, berichtet der Landtagsabgeordnete.

(Foto: Wolfgang Teipel) "Ich bin sehr dankbar, dass ich hier einen Tag mitarbeiten durfte."  Sabine Große, Melanie Kretzer (hinten, v.l.n.r.) und Ann kathrin Asmussen (v.r.) mit ihrem Praktikanten Gordan Dudas.

(Foto: Wolfgang Teipel) “Ich bin sehr dankbar, dass ich hier einen Tag mitarbeiten durfte.” Sabine Große, Melanie Kretzer (hinten, v.l.n.r.) und Ann kathrin Asmussen (v.r.) mit ihrem Praktikanten Gordan Dudas.

Auch hier nimmt Dudas wichtige Dinge für seine Arbeit mit: „Der Bedarf an weiteren Hospizplätzen ist da, denn nicht in jeder Stadt gibt es Hospize. Manche Menschen bekommen daher nicht mehr rechtzeitig einen Platz. Auch ist die Arbeit in den Hospizen ohne die Unterstützung durch das Ehrenamt kaum zu stemmen. Ich bin sehr dankbar, dass ich hier einen Tag mitarbeiten durfte“, fasst Dudas seine Eindrücke abschließend zusammen.

Abschließend hat er noch eine Bitte: „Die Kosten für den Betrieb des Hospiz werden zu 95 Prozent übernommen, aber 5 Prozent sind durch Spenden aufzubringen. Daher mein Appell: Eine Spende an das Hospiz ist wichtig. Wer etwas Gutes tun möchte: Hier ist das Geld richtig aufgehoben!“

 

Spendenkonto:
Hospiz Lüdenscheid
Sparkasse Lüdenscheid
IBAN: DE 97 4585 0005 0000 1381 23