Allgemein

Frühdienst auf Station

Freitag ist DienstTag im Klinikum Lüdenscheid

Heute hieß es wieder ‚Freitag ist DienstTag‘: Im Rahmen meiner Praktikumsreihe habe ich heute gemeinsam mit meiner derzeitigen Schülerpraktikantin Zoe Berger aus Kierspe eine Frühschicht auf der kardiologischen Station 5.3 im Klinikum Lüdenscheid absolviert.

Noch bevor der Arbeitstag begann ging es zum Umziehen, passende Arbeitskleidung wurde uns bereitgestellt. Im Anschluss musste ich zunächst – und alle die mich kennen wissen, was das bedeutet – mein Handy ausschalten! Das ist unverzichtbar, da ich mich auf der Kardiologie in der Nähe empfindlicher elektronischer Geräte aufgehalten habe.

Um Punkt 6 Uhr begann dann die Übergabe von der Nacht- zur Frühschicht. Dabei wurden anhand von Stationslisten wichtige Patienteninformationen ausgetauscht. Im nächsten Schritt wurden dann die Medikationen für die Patient/innen an Hand der Pflegeinformationen vorbereitet – als Praktikant habe ich natürlich nur zuschauen dürfen. Im Anschluss haben meine ‚Praktikanten-Praktikantin‘ Zoe und ich dann in getrennten Teams die ‚Pflegerunde‘ begleitet. Ich war gemeinsam mit Schwester Sylke unterwegs und habe sie bei ihrer Arbeit unterstützt. Während der Pflegerunde wird das Befinden der Patient/innen geprüft, Medikamente ausgegeben und es werden u.a. Puls, Fieber und der Blutzuckerwert gemessen.

Gemeinsam mit Schülerpraktikantin Zoe Berger war Gordan Dudas im Klinikum Lüdenscheid als Tagespraktikant im Einsatz.

Gemeinsam mit Schülerpraktikantin Zoe Berger war Gordan Dudas im Klinikum Lüdenscheid als Tagespraktikant im Einsatz.

Im Anschluss an die Pflegerunde ging es direkt weiter mit der Bettenrunde: Diesmal wurde soweit nötig die Bettwäsche gewechselt und die Patient/innen gewaschen bzw. beim Waschen unterstützt. Anschließend wurden erst die Bettenwagen und im Anschluss die Medikamentendispenser (das sind die Plastikdosen mit Medikamenten für jede Tageszeit) aufgefüllt. Besonders anzumerken ist, dass quasi alle Arbeitsschritte und Handlungen für die Patient/innen penibel dokumentiert werden.

Nach einem gemeinsamen späten Frühstück mit den Kolleginnen und Kollegen ging es dann zur Mittagsrunde, diesmal mit Pfleger Selim. Dabei durfte ich wiederum bei den Messungen von Fieber, Puls, etc. unterstützen. Danach stellte ich etwas verblüfft fest, dass die Zeit wie im Flug vergangen und die Frühschicht schon fast vorbei war.

Neben der praktischen Arbeit, die ich beobachten bzw. die ich unterstützen konnte, und der häufigen Desinfektion zum Schutz besonders der Kranken – ich habe mir bestimmt 40 mal die Hände desinfiziert – bleibt mir vor allem der respekt- und würdevolle Umgang des Pflegepersonals in Erinnerung. Es ist beeindruckend zu sehen, wie empathisch, freundlich und menschlich auf die Patient/innen eingegangen wurde. Der Beruf ist vielmehr als die reine Pflege, man ist gleichzeitig Sozialarbeiter/in, Ansprechpartner/in und ‚Kümmerer‘.

Mein Fazit: Vieles, was ich heute erleben durfte, hat mich sehr beeindruckt. Und manches nehme ich natürlich auch ganz direkt mit für meine politische Arbeit. Immer wieder diskutieren wir auf allen Ebenen Dinge wie Fachkräftemangel, eine bessere Anerkennung und entsprechend auch Bezahlung der Pflegeberufe. Klar ist überall: Die Rahmenbedingungen müssen verbessert werden, um die gute Arbeit in den Kliniken in unserem Land auch weiterhin zu gewährleisten und zu verbessern. Daher ist es sicherlich auch wichtig, die höheren Krankenhausinvestitionsförderungsmittel zu verstetigen – ohne die Kommunen zusätzlich zu belasten.

Gute Nachrichten für alle Schüler/innen, die einen Ausbildungsplatz suchen: Das Klinikum bietet die Möglichkeit, sich durch Praktika einen Eindruck zu verschaffen. Die Krankenpflege ist ein spannender, abwechslungsreicher und – so mein Eindruck – auch erfüllender Beruf. Aber natürlich auch fordernd. Da gute Leute immer gebraucht werden, gibt es berufliche Perspektiven und Aufstiegsmöglichkeiten.

Ich danke allen, die Zoe und mir heute diesen ganz besonderen Einblick gegeben haben. Besonderen Dank an alle Beschäftigten!