Berichte

Auf Gutenbergs Spuren – Praktikum bei der Emil Groll GmbH in Meinerzhagen

Am vergangenen Freitag absolvierte der heimische SPD-Landtagsabgeordnete Gordan Dudas ein Tagespraktikum bei der Fa. Emil Groll GmbH. Seine Eindrücke hat er im nachfolgenden bericht zusammengefasst.

“Mit der Erfindung des modernen Buchdrucks durch Johannes Gutenberg im 15. Jahrhundert nahm die Verbreitung von Wissen enorm an Fahrt auf. Plötzlich ließen sich statt durch aufwendige Abschriften von Hand oder älterer Druckverfahren schnell Schriften und Bücher vervielfältigen. Und auch in Zeiten des Internets, von eBook-Readern und Tablets wird weiterhin fleißig gedruckt.

Wie das nun alles funktioniert, was hinter dem modernen Druckgeschäft steht, das habe ich mir heute bei der alteingesessenen Firma Emil Groll GmbH in Meinerzhagen im Rahmen meiner Reihe „Freitag ist DienstTag“ angeschaut. Das Unternehmen wurde bereits 1902 gegründet und wird von Thorsten und Sarah Kriegeskotte in mittlerweile 4. und 5. Generation noch immer von der Eigentümerfamilie geführt.

IMG_2632 Los ging es morgens pünktlich ab 8 Uhr in der Auftragsbearbeitung. Eine gute und gewissenhafte Kalkulation steht ganz am Anfang eines Druckauftrages. Hier habe ich zwar nicht aktiv mitgewirkt, sondern den Arbeitsprozess von Herrn Kriegeskotte fachkundig erläutert bekommen. Bei der nächsten Station durfte ich dann Sarah Kriegeskotte begleiten. Sie ist für die Auftragsbearbeitung zuständig, also beispielswiese die Erstellung von Lieferscheinen und Rechnungen, aber auch den Versand und die Zollabwicklung.

Station 3 war dann näher am eigentlichen Druckprozess: Bei der Druckvorstufe werden Druckdateien und die Druckplatten im Belichter erstellt. Hier haben mir Jochen und Mediengestalterin Nicole einen kompetenten Einblick gewährt.

Die folgende 4. Station fand an der 5-Farb Maschine statt, hier ging es dann zum eigentlichen Druck. Und da zum Drucken natürlich Papier gebraucht wird, musste ich erst einmal die Papierpalette auspacken.
Danach habe ich mich dann an der Druckplatte versucht und diese in die Druckmaschine eingespannt – leider etwas schief, es war mein erster Versuch. Aber unter sachkundiger Hilfe von Medientechnologe Dieter und seinem Azubi Robin haben wir schließlich den Druck eingerichtet.

IMG_2624Entsprechend ging es dann weiter zur 5. Station, dem Druck an der 8-Farb Maschine, unter Anleitung des gelernten Offsetdruckers Andreas.

Station 6 schließlich war der Druck an der Haftetiketten Maschine. Hier habe ich mit Unterstützung von Offsetdrucker Thorsten meine Reinigungsfähigkeiten gewissenhaft einbringen können und die Maschine geputzt.

Alles in allem ein sehr interessanter und abwechslungsreicher Tag, bei dem ich viel über die verschiedenen Arbeitsabläufe in der Druckerei gelernt habe. Meine Erwartungen wurden teilweise im positiven Sinne „enttäuscht“, mit Gutenbergs romantischem Buchdruck hat eine moderne Druckerei nicht mehr viel gemein. Die Groll Druck GmbH ist ein sauberer und unerwartet leiser Betrieb. Die Maschinen machen Geräusche, aber bei weitem weniger Lärm, als ich gedacht hatte. Auch hier hält die Digitalisierung Einzug und perfektioniert Arbeitsabläufe, ein Gutenberg 4.0 sozusagen. Ich habe die Firma als einen gut geführten, innovativen, mittelständischen Betrieb kenngelernt, in dementsprechend ein erkennbar sehr gutes Betriebsklima herrscht. Es wird seitens der Unternehmensführung in moderne Technik investiert, und das FSC-Zertifikat bescheinigt einen verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen.

Was mich wiederum leider nicht überrascht hat: Auch die Fa. Emil Groll GmbH leidet wie so viele Betriebe unserer Region unter Fachkräftemangel. Gerade die kompetenten Mitarbeiter an den Druckmaschinen werden gesucht. Das ist ein wiederkehrendes Problem bei meinen Praktika, Unternehmensbesuchen, in zahlreichen Gesprächen, und man liest davon auch regelmäßig in der Zeitung. Das ist für unsere Wirtschaftsregion mit eine der zentralen Herausforderungen, die auch meine politische Arbeit begleiten.

Mein Fazit: Ich habe unglaublich viele verschiedene Stationen durchlaufen und sehr vieles über den Druckbetrieb gelernt. Ich danke Thorsten und Sarah Kriegeskotte und gleichermaßen allen Kolleginnen und Kollegen, die mich heute so überaus freundlich aufgenommen haben und mich an ihrem Arbeitstag teilhaben ließen.

 

Dankeschön!”